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Adipositas ist mehr als eine Zahl auf der Waage
Adipositas ist eine chronische Krankheit, die durch eine überdurchschnittliche Vermehrung des Fettgewebes im Körper erkennbar ist. Beim Abnehmen spielen komplexe Faktoren und Mechanismen im Körper eine Rolle, die Sie willentlich nicht beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise ein vermindertes Sättigungsgefühl, ein erhöhtes Hungergefühl und Veränderungen im Stoffwechsel.
Sie sind nicht allein: In Deutschland sind 19 % der Erwachsenen von Adipositas betroffen.
Eine Krankheit, viele Ursachen
Warum jemand Adipositas entwickelt, lässt sich selten mit einer einzigen Erklärung beantworten. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen, etwa:
- Störungen im Stoffwechsel
- Hormonelle Veränderungen
- Genetik
- Bestimmte Medikamente
- Seelische Ursachen
- Schlafmangel
- Ernährungsgewohnheiten
- Bewegungsmangel
Diese Vielfalt an Ursachen ist ein wichtiger Grund, warum Abnehmen so schwierig sein kann – und warum es sich lohnt, das Thema ärztlich statt allein mit Willenskraft anzugehen.
Ab wann spricht man von Adipositas?
Zur ersten Einordnung von Übergewicht und Adipositas nutzen Ärztinnen und Ärzte den Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt:
- Übergewicht: BMI 25 bis 29,9 kg/m²
- Adipositas Grad I: BMI 30 bis 34,9 kg/m²
- Adipositas Grad II: BMI 35 bis 39,9 kg/m²
- Adipositas Grad III: BMI ab 40 kg/m²
Der BMI ersetzt kein ärztliches Gespräch, kann aber ein erster Anhaltspunkt sein, um das Thema Gewicht aktiv anzusprechen – zum BMI-Rechner.
Was macht das Abnehmen und Gewichthalten so schwierig
Studien zeigen, dass der Körper ein Übergewicht, das über einen längeren Zeitraum besteht, als Normalzustand empfindet und dass es ihm dann schwerfällt, dieses Gewicht zu verändern. Der Körper wehrt sich gegen den Gewichtsverlust.
Wenn Sie versuchen abzunehmen, kann sich Ihr Körper an diese Umstellung anpassen. Zum Beispiel kann der Körper weniger Kalorien verbrauchen, wodurch Ihre Anstrengungen zur Gewichtsreduktion immer weniger effektiv werden.
Auch hormonelle Anpassungen können auftreten. Diese führen dazu, dass Mahlzeiten weniger sättigend wirken und Sie häufiger Hunger verspüren.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Basis jeder Behandlung sind Veränderungen des Lebensstils, etwa eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Reicht das langfristig nicht aus, gibt es weitere Optionen, über die Ärztinnen und Ärzte individuell beraten:
- Ernährungsumstellung
- Bewegung
- Verhaltensmodifikation
- Medikamente
- Operationen
Auch der Austausch in Selbsthilfegruppen kann eine wertvolle Unterstützung sein. Moderne medikamentöse Therapieansätze setzen unter anderem an Darmhormonen an, die Mechanismen im Hormon- und Fettstoffwechsel beeinflussen: Sie können den Appetit im Gehirn dämpfen, das Hungergefühl verringern und über eine verlangsamte Verdauung das Sättigungsgefühl verlängern. Ob eine solche Therapie infrage kommt, entscheidet immer die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.
Noch mehr über Adipositas und ihre Behandlung kannst du hier erfahren: Mehr über Adipositas
CMAT-50055 August 2026